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Geschichte


Am 26. April 1869 fanden sich in Schwarzenbach am Wald mutige Männer zusammen, um die 1. organisierte Feuerwehr im Landkreisgebiet Naila zu gründen. Die Gründung dieser Turner-Feuerwehr resultierte aus dem "Große Brand" am 8. August 1859, bei dem Schwarzenbach bis auf wenige Gebäude niederbrannte.  Die Arbeit von 10 Jahren Wiederaufbau wollte man nicht noch einmal ungeschützt den Brandgefahren aussetzen.

Die Mittel, die einer Feuerwehr in der damaligen Zeit zur Verfügung standen, waren mit der heutigen Ausrüstung natürlich in keiner Weise zu vergleichen:
Eine zentrale Wasserversorgung gab es zu dieser Zeit noch nicht, so diente das Wasser in Brunnen, Bächen und Teichen als Brandbekämpfungsmittel. 
Die eigentliche Geräteausrüstung beschränkte sich auf einige Feuerlöschschläuche und Pumpenmaschinen, die mit menschlicher Kraft betrieben wurden. Das Wichtigste bei einem Brand waren in dieser Zeit die "Eimerketten", bei deren Einsatz mit Wasser gefüllte Eimer aus Leder oder Leinen von Hand zu Hand gereicht und so die Entfernung von Wasserstelle zum Brandobjekt überwunden wurde. Auf diese Weise blieb allerdings auch einiges vom wertvollen Löschmittel "auf der Strecke".

Als Löschwasserentnahmestellen innerhalb des Ortes sind in alten Karten und Plänen noch eingezeichnet: 
-    der "Obere Teich" beim früheren Forstamtsgebäude    
-    der mittlere Teich, an dessen Stelle 1923 das alte Rathausgebäude errichtet worden ist    und
-    die beiden unteren Teiche an der Einmündung Mulz- und Brauhausweg in die Hauptstraße und an der Peunthe.

Weiterhin werden sich vielleicht noch einige ältere Mitbürger an den Rosenbach erinnern, der beim Forstamtsgebäude seine Quelle hat und – heute kanalisiert – durch Schwarzenbach fliest.

Obwohl Schwarzenbach a. Wald schon 1494 das Marktrecht besaß, hatte der Ort im Jahre 1797 erst 698 Einwohner. Bis 1861 stieg die Einwohnerzahl auf 1.714 an und vier Jahre nach Gründung der Wehr, also 1873, zählte man 1.758 Einwohner. Bis zur Jahrhundertwende erhöhte sich die Zahl auf 1.603,  1939, vor Beginn des II. Weltkrieges, wurden 2.406 Einwohner gezählt und 1978 betrug die Zahl 3.508. 

Aus dem Protokoll der Gründungsversammlung vom 17.4.1869 ist zu entnehmen, dass Georg Spörl zum Hauptmann, Johann Köhler zum Adjutanten und Friedrich Weber zum Kassier gewählt wurden und somit die 1. Führung unserer Wehr verkörperten. Vorstand des Turnvereins und somit auch der Freiw. Feuerwehr war Johann Weber. 

Nach der damaligen Satzung bildete die Feuerwehr ein selbständiges Corps,  welches vom jeweiligen Turnvereinsvorstand geleitet wurde.
Die Feuerwehr gliederte sich in zwei Hauptabteilungen:
-    Die Löschmannschaft, bestehend aus Schlauchführern und Pumpern
-    und die Rettungsmannschaft, bestehend aus Steigern und Austrägern.

Am 30. Juni 1869 bat der Ausschuss erstmals in einer Eingabe an die Marktgemeindeverwaltung um eine Unterstützung zur Anschaffung von nötigen Geräten, sowie um Verwendung bei den Versicherungsgesellschaften. Weitere Gesuche an andere Behörden folgten. Von den erhaltenen Zuschüssen und dem Ertrag einer Haussammlung erhielt die Wehr ihre erste eigene Ausrüstung zur Verstärkung der gemeindeeigenen Pumpmaschine, Ansteigleiter und den vorhandenen Wassereimern.